…lich beim Dolmetschen

Ein Dolmetscheinsatz lässt sich am besten vorbereiten mit Hilfe der Foliensätze und Dokumente, die besprochen werden sollen. Manchmal liegen diese Unterlagen sogar zweisprachig vor – das kann die Terminologiearbeit sehr erleichtern. Oder erheitern, wie in diesem Beispiel:

“with in between more than 3,000“

Ich habe das mehrmals lesen müssen, um es zu verstehen: Angestrebt war eine englische Übersetzung von „mit inzwischen über 3.000“.

Ob diese Stilblüte nun Mensch oder Maschine zu verdanken ist, sie zeigt sehr schön: Wörter sind noch lange keine Worte!

Telefonieren kann jede, aber …

Konzentriert Zuhören ist bei einer Telefonkonferenz eine Herausforderung. Die Teilnahme ist schon an sich anstrengend, im Home-Office wird es noch schwieriger: Sie müssen sich hier selbständig disziplinieren, denn es fehlt die Struktur, die im Konferenzraum für die nötige Grundspannung sorgt. Statt dessen befinden Sie sich in einer Umgebung, die normalerweise Ihrem Privatleben angehört, und überall lauert die Gefahr der Ablenkung. Wie kann man es da schaffen, dauerhaft aufmerksam zuzuhören?

Wahrscheinlich kennen Sie schon die Grundregeln der Telefonkonferenz:

  • eine Moderation organisieren
  • Mikro stummschalten, wenn Sie nicht dran sind
  • auf geeignete Kopfhörer bzw. Headsets achten (Qualität und Lautstärke)
  • vor Beginn eines Redebeitrags den eigenen Namen nennen
  • Störgeräusche aus dem Hintergrund vermeiden
  • für eine stabile und klare Verbindung sorgen
  • bei vertraulichen Inhalten sicherstellen, dass niemand mithören kann

Hier finden Sie außerdem einige Techniken, mit denen Sie Ihre Aufmerksamkeit deutlich erhöhen können – um auch am Telefon ‚voll da‘ zu sein.

Konferenz ohne Raum

Hört mir überhaupt jemand zu?

Im Konferenzgeschehen wird so mancher Redebeitrag durch einen amateurhaften Soundcheck eingeleitet: „Kann man mich hören“? ist dann das erste, was ins Mikrofon gesprochen wird.

Dieser Wunsch nach Rückmeldung aus dem Publikum ist ganz normal, und ein Live-Publikum macht sich ja auch immer bemerkbar, sei es durch Klatschen, Räuspern oder Stühlerücken. Wobei für den Einstieg schon ein schlichtes Nicken oder Daumen-hoch-Zeichen genügt, und Sie wissen: Ja! Man kann mich hören.

Wie Schminken ohne Spiegel

Bei einer Telefonkonferenz haben Sie diese Rückmeldungen nicht – Sie sprechen quasi ins Leere. Per Telefon etwas präsentieren, das ist so, als würde man sich ohne Spiegel schminken: Man sieht einfach nichts. Das verunsichert sogar routinierte Comedians, die derzeit vor leeren Rängen oder gleich vom Wohnzimmer aus vortragen. Ein Publikumsliebling, dem der Applaus fehlt, wirkt schnell hölzern. Dasselbe kann Ihnen als geübter Rednerin, als versiertem Seminarleiter passieren: Vor vollem Haus erreichen Sie alle, am Telefon plötzlich niemanden mehr.

Lesen Sie hier, mit welchen Tricks Sie sich auch am Telefon sicher fühlen und Ihre Persönlichkeit ebenso wirken lassen können wie vor Ort!

Dolmetschen live

Als Konferenzdolmetscherin erlebe ich fast täglich internationale Begegnungen, und auch nach über 25 Jahren sehe und höre ich dabei immer noch Neues. Wie kürzlich diese Szene: Ein deutscher Manager begrüßt eine englischsprachige Geschäftspartnerin mit den Worten „Ich freue mich, Sie zu sehen!“. An ihrem verständnislosen Blick merkt er, dass sie kein Wort verstanden hat – und übersetzt sogleich seinen eigenen Satz mit „I’m afraid to see you!“.

Nun klingt das englische Wort „afraid“ ähnlich wie das deutsche „erfreut“, aber damit hört die Ähnlichkeit auch schon auf. Tatsächlich hat der Sprecher sogar das Gegenteil von dem gesagt, was er meinte, nämlich „Ich habe Angst davor, Ihnen zu begegnen!“

Mein Rat: Haben Sie keine Scheu, die Dienste einer Dolmetscherin in Anspruch zu nehmen. Hochrangige Führungskräfte lassen sich ja auch fahren, obwohl sie selbst einen Führerschein haben. Warum auch nicht? Niemand kann in allen Bereichen Profi sein – aber wer sich von Profis dolmetschen (oder chauffieren) lässt, kann sich voll und ganz auf seine eigenen Themen konzentrieren.